rich client 2.0

SAP NetWeaver Technology Tour 2006


2. July 2006

NetWeaverAm 29.06.2006 war ich in Mannheim auf der SAP NetWeaver Technology Tour 2006. Die dort vorgestellten Themen sollen die Vorzüge der NetWeaver Plattform in den Bereichen Integration, Prozessmanagement und Development, aber auch im Bereich Model Driven Development aufzeigen.

Auch SAP engagiert sich sehr stark im Bereich moderner Oberflächen. Man versucht hier, einen aus Sicht des Endanwenders flexiblen Weg zu gehen. Je nach Szenario - Gelegenheitsnutzer, Normal User, Power User - werden verschiedene UI zu Auswahl angeboten.

Der Gelegenheitsnutzer soll mit interaktiven PDF Formularen der Firma Adobe, die sehr stark auf das Layout der Printmedien ausgerichtet sind, in den Prozess integriert werden. Er bekommt seine Maske asynchron per eMail. Danach kann er Daten einfügen. Zur Unterstützung der Eingabe werden dem User dabei auch in dem PDF-Dokument mitgelieferte Daten (Auswahltabellen, Drop-Downs, etc.) angeboten. Daher ist es wichtig abzuwägen, welchen Anteil der Applikation man in dieser Form „auslagert“. Übertreibt man hierbei, so steigt natürlich auch die Dateigröße pro Formular. Ausgefüllte Formulare können dann per eMail zurück geschickt werden Danach werden die Daten automatisch aus den PDF-Formularen auf dem Server extrahiert und in die Backend-Systeme überführt. Damit lassen sich Offline-Szenarien realisieren und auch Gelegenheitsuser oder externe Teilnehmer (B2B) elektronisch in die Geschäftsprozesse integrieren.

Diese Technologie kann auch unabhängig von SAP genutzt werden und basiert auf dem Java-Stack -> Adobe Document Services.

SAP bietet sowohl für den Java- als auch den ABAP-Entwickler eine entsprechende, komfortable Integration in die Entwicklungsumgebung. Die Formulare werden graphisch entworfen.

Eine andere Alternative ist die Integration in den Microsoft Outlook-Client. Mit dem Produkt Duet (Arbeitsname: Mendocino) bekommt man die Möglichkeit die Vorzüge der sehr stark vom SAP promoteten Enterprise Service Architecture –>ESA (Enterprise + SOA = ESA, Einstein lässt grüßen ;-) ) zu nutzen. Per Web-Services werden die Schnittstellen von SAP Systemen konektiert und bieten z.B. an, innerhalb des Outlook Kalenders die CRM Events zu sehen oder neue zu erstellen.

Der normale User kann entweder das SAP Netweaver Portal nutzten oder die SAP GUI.

In beiden Welten setzt SAP auf die deklarative Fontend-Technologie aus dem eigenem Haus: webDynPro. Eingeführt wurde sie mit dem Java-Stack, jetzt ebenfalls mit ABAP Unterstützung. Dabei verfolgt man eine strikte Trennung zwischen dem View, der Anbindung der Daten und dem Verhalten (Events).

Von SAP wurde eine Bibliothek mit ca. 70 Widegts entwickelt (Listen, Tabellen, Bäume etc). Diese sollen für die meisten Szenarien ausreichen, es können aber auch eigene Widegts entwickelt werden.

Die Masken werden rein deklarativ definiert, ohne dass man sich mit HTML, HTTP-Request/Response auskennen muss. Eine sehr zukunftsorientierte Vorgehensweise, die es erlaubt, auch andere Render für die Oberflächen einzusetzen. Momentan werden zwei Renderer von SAP angeboten: HTML-Renderer und ein Adobe/Macromedia-Flash-Renderer.

Der letzte kommt auch in dem Projekt Muse zum Einsatz.

Mit dem Projekt Muse entsteht ein Smart Client, der plattformübergreifend benutzt werden kann (Windows, Linux, Mac) und eine schnelle, moderne, leichtgewichtige Oberfläche auf der Flash/Flex-Basis anbietet.

Die letzte Alternative, entweder innerhalb vom SAP GUI oder als Muse Smart Client, bietet weitere Vorteile. Diese ist besonders für den Power User interessant. SAP hat hier ein Smart Client Protokoll eingeführt, das die Masken nicht als HTML sondern für Smart Clients optimiert überträgt. Die Clients können die Daten hier viel schneller und intelligenter als ein Browser anzeigen. Der Performance-Unterschied sollte beim Faktor 2-4 liegen! Einziger Nachteil: eine Client-Installation. Für einen Power-User jedoch ein wohl sehr lohnender Aufwand. Man erkennt hier schon die Ähnlichkeiten zu XAML (Microsoft, mittlerweile Bestandteil vom Presentation Foundation), MXML (Adobe/Macromedia Flex)

Die Flash-Technologie, vom SAP Partner Adobe, wird auch sehr stark im Bereich SAP Analytics eingesetzt. Interaktive Dashboards, Tabellen und Diagramme, die sich im Drill-Down-Stil navigieren/ filtern lassen, bieten hier unschlagbare Vorteile und sind wohl eine der Killer-Applikationen für die Flash-Technologie im Business-Umfeld. Dadurch trennt sich Flash ganz klar vom reinem Intro-Image mit SKIP-Button ;-) Eine alte, neue Welt, die endlich einen breiten Einzug in die Geschäftsapplikationen findet.

Dem Thema Model Driven Application mit Composite Application und Visual Composer widme ich einen zusätzlichen Blog-Eintrag.

Und jetzt genieße ich noch den fußballfreien Sonntag innerhalb der WM 2006 und bereite mich schon auf das Spiel am Dienstag vor: Deutschland-Italien. Spannung pur!

WM 2006 Germany

Links:

Projekt Muse

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